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Deutschlands historischer Osten – verblassende Erinnerung oder kulturelles Erbe?
Geschichte als Instrument der Politik an den Beispielen
DDR-Polen und DDR-Bundesrepublik
 
 


Oktober 2012


   
 

Sehr unterschiedlich werden in Deutschland und in Polen nach wie vor die ehemaligen Ostprovinzen Deutschlands bzw. die heutigen Westgebiete Polens in ihrer historischen Begründung gesehen – trotz umfangreicher Literatur und zahlloser gemeinsamer und getrennter Bemühungen seit der Wende, die Beziehungsgeschichte aufzuarbeiten. Dies wird nun in Zukunft die Aufgabe der Generationen in beiden Ländern sein, die keine Kriegs- und Nachkriegserfahrungen mehr haben. Umso wichtiger ist es, dass die noch lebenden Angehörigen der Erlebnisgenerationen ihre Erfahrungen weitergeben. Leider muss in Deutschland die Tatsache registriert werden, dass die historische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der historischen Ostgebiete immer stärker aus dem Bewußtsein verschwindet und kaum mehr Kenntnisse vorhanden sind. Ein Beleg dafür sind die Lehrpläne für die Schulen, in ihnen findet das historische Ostdeutschland nicht mehr statt, die Vorlesungsangebote der Hochschulen und Universitäten bieten ein gleiches Bild. Wie soll also ein Lehrer z.B. über die wirtschaftliche Bedeutung Pommerns etwas aussagen können, wenn nichts davon im Lehrplan steht, und er in seiner Fachausbildung an der Universität auch kein Angebot erhalten hat? Hinzu kommt, zumindest für die Menschen aus der ehemaligen DDR, dass dort diese Themen absolut tabu war.
Diesen negativen Befunden müssen aber auch positive Fakten entgegengesetzt werden. Dies gilt für die Jahre seit der politischen Wende in Deutschland und Europa. Unzählige Aktivitäten gerade auch von Heimatvertriebenen leisten eine Brücken- und Friedensarbeit in ihren früheren Heimatorten – in enger Zusammenarbeit mit den jetzigen Bewohnern, die häufig auch ein Vertriebenenschicksal haben. Städtepartnerschaften, das deutsch-polnische Jugendwerk, zahllose Kontakte im wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich – die gemeinsame Schulbuchkommission ist zu nennen – sind weitere Elemente, die Polen näher an Deutschland rücken. Ein ganz wichtiges Feld sind weiter die wichtigen Wirtschaftsbeziehungen, verbunden mit völliger Freizügigkeit für die Menschen. Das gilt auch für den Tourismus. Das Bild von Polen in Deutschland ist heller geworden, aber noch nicht so hell, wie Deutschland in Polen.
Das hier angebotene Seminar für Schüler, Studenten, Lehrer und Interessierte will auf dem Gebiet Deutschland-Polen seinen Beitrag leisten.
Karl-Heinz Lau / Jens Rüdiger

Veranstaltungsnummer: 36-12

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Die Ostseegesellschaft e.V.
Die Ostseegesellschaft e.V. fördert verbandsübergreifend und –unabhängig die Völkerverständigung im Ostseeraum. Dazu pflegt sie Begegnungen, Veranstaltungen, Exkursionen, Veröffentlichungen und sonstige Maßnahmen auf den Gebieten der Geschichte, der Wissenschaft, der heimatvertriebenen und zwangsumgesiedelten Volksgruppen aller Ostsee-anrainer. Ein besonderes Anliegen der Ostseegesellschaft ist es, gerade auch jüngere Nachwuchskräfte für die Arbeit im Ostseeraum zu interessieren.

Die Danziger Naturforschende Gesellschaft will mit ihren Freunden und Partnern mit dieser Begegnung erneut im Sinne ihrer Satzung die Naturwissenschaften in allen ihren Richtungen fördern und zur Erweiterung und Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse beitragen. Außerdem dient sie der Festigung deutsch-polnischer Verständigung im zusammenwachsenden Europa.


Die Ostsee-Akademie im Pommern-Zentrum
Die Ostsee-Akademie im Pommern-Zentrum bietet seit jeher Raum und Rahmen für Seminare, Begegnungen und Exkursionen mit dem Ziel der Verständigung und des Dialogs mit unseren östlichen Nachbarn. Die Teilnehmer sollen die allen Ostseeanrainern gemeinsame Kultur erfahren. Ob es sich um von der Akademie gestaltete Angebote oder um Vorhaben anderer Veranstalter handelt – alle haben als gemeinsamen Hintergrund die Zielsetzung des Statuts der Ostsee-Akademie, das seit Gründung des Hauses vor über fünfzehn Jahren Grundlage und Leitlinie erfolgreicher Arbeit war und ist.

Anreise zum Pommern-Zentrum
Sie fahren zum Pommern-Zentrum mit der Bahn bis zum Haltepunkt Skandinavienkai. Von dort sind es nur wenige Schritte bis zum Akademiegebäude. Vorbei an der Versöhnungskirche erreichen Sie das Ernst-Moritz-Arndt Haus. Mit dem Auto folgen Sie auf der Autobahn Hamburg-Puttgarden dem Wegweiser nach Travemünde. Nach Überqueren der Bahn in Travemünde biegen Sie nach rechts und gleich wiederum rechts über die Bahn linksab in die Ivendorfer Landstrasse. Nach tausend Metern liegt rechterhand das Pommern-Zentrum mit dem Gebäude der Ostsee-Akademie. Ihren Wagen parken Sie bitte auf dem Parkplatz am Europaweg direkt vor dem Akademiegebäude.



Anmeldung:
Ostsee-Akademie im Pommern-Zentrum, Europaweg 3,
D-23570 Lübeck
Telefon: 0 45 02/803 203 (Montag bis Freitag an den Vormittagen)
Telefax: 0 45 02/803 200
e-mail: office@ostseeakademie.de